Abschminkpads und Aufbewahrung

Mit selbstgemachten Abschminkpads aus Stoffresten seid ihr auch im Badezimmer nachhaltig unterwegs. Ein Badezimmer ohne Plastik und Wegwerfprodukte empfinde ich persönlich als absolut gemütlich und als totale Wohlfühl-Oase. Die Abschmickpads könnt ihr zudem ganz nach eurem eigenen Geschmack oder auch nach dem Einrichtungsstil eures Badezimmers gestalten. Und sie sind zudem ein super Geschenk für andere!

DIY-Abschminkpads halten lange

Meinen ersten Schub an DIY-Wattepas habe ich mir vor fast zehn Jahren, als absoluter Nähanfänger, aus alten Sweatern genäht. Genau dafür sind solche Projekte perfekt! Ihr lernt eure Nähmaschine besser kennen und tastet euch an das Thema Stoff und Garn immer mehr heran. Aber auch um v.a. kleine Stoffreste sinnvoll und einfach zu minimieren, bietet sich dieses Projekt ganz wunderbar an.

Nun also, nach zehn Jahren, beginnen die ersten Abschminkpads unansehnlich zu werden und es wurde Zeit für einen neuen Schwung an Pads im Bad. Aber rechnet das mal hoch: zehn Jahre lang morgens und abends ein Pad! Ich bin mit dieser Bilanz absolut zufrieden.

Abschminkpads und Jeanskörbchen.
DIY-Abschminkpads.

Was ihr für die Abschminkpads braucht und wie es geht

Alles was ihr braucht, sind Stoffreste. Das können wie bei meinem ersten Versuch ausgetragene Pullis sein, die haben zudem oft eine glatte und eine weiche Seite. Wenn ihr das beim Zusammenlegen eurer Stofflagen beachtet, haben eure Pads ebenfalls eine glatte und eine flauschige Seite, so dass ihr euch beim Abschminken immer entscheiden könnt, welche Seite für eure Bedürfnisse gerade besser ist. Aber auch altes Bettzeug oder andere kleinere Stoffreste eignen sich ganz hervorragend dafür. Schaut, welche Farben gut zusammenpassen und euch gefallen.

Abschminkpads und Stoffstücke.
Aus Stoffresten und Schablone werden Abschminkpads.

Mit einer Dose oder einem anderen runden Gegenstand bereitet ihr euch eine kreisrunde Schablone aus Papier vor (der Hardcore-Upcycler nimmt dafür einfach einen gebrauchten Briefumschlag). Den Papierkreis fixiert ihr mit zwei Stecknadeln auf mehrere Stofflagen und schneidet diese dementsprechend aus. Je nachdem welches Ausgangsmaterial ihr nehmt, kann so ein Abschminkpad aus zwei bis drei Stofflagen bestehen (habt ihr drei Lagen, könnt ihr im Inneren unattraktive Stoffprints verstecken!). Testet aus, mit wieviel Lagen euch das Pad von der Haptik her am besten gefällt und bereitet euch einen ganzen Schwung an Stoffkreisen vor. Anschließend braucht ihr diese nur noch zusammenzulegen und mit einem Zickzack-Stich an der Nähmaschine vernähen.

Es ist hierbei möglich mit der Grundeinstellung der Stichart einfach mehrere Runden übereinander zu nähen, oder ihr testet einen kleineren Abstand an einem Probestoff und passt die Naht genau an. Für meine eigenen Pads ist mir das Nahtbild nicht so wichtig, möchte ich welche verschenken, gebe ich mir bei diesem Schritt etwas mehr Mühe.

Aufbewahrung für die Abschminkpads

Für die Pads braucht es natürlich auch noch eine schöne Aufbewahrung. Auch für diese gibt es eine simple und nachhaltige Lösung: eine ausgetragene Jeans! Genauer gesagt: den unteren Abschnitt des Hosenbeins. Der untere Abschluss der Jeans wird für das kleine Körbchen einfach die obere Kante. Die abgeschnittene Seite vernäht ihr mit einem kreisrunden Stoffstück (z.B. aus der gleichen Hose). Passt hier die Größe des runden Stoffstücks an die Öffnung an und vergesst die Nahtzugabe nicht. Wer mag, verziert die Aufbewahrung mit einer Borte, einem Button, einem Anhänger oder Ähnlichem.

Den Button mit dem Segelboot habe ich übrigens mit einer Button-Maschine selbst gemacht. Das Highlight ist jedoch der DIY-Stempel dazu – aus einem alten Holzpuzzle und eingetrocknetem Sanitär-Silikon!!

Kleiner Ausflug: Stempel für den Button

So macht Stempeln noch mehr Spaß!! Mit aufgepimpten selbstgemachten Stempeln aus einem alten Holzwürfel-Puzzle und Silikon, welches in der Kartusche eingetrocknet war.

Silikon eignet sich hervorragend zum Stempeln! So ist eingetrockneter Kartuscheninhalt für mich wie Weihnachten und Geburtstag zusammen. Die Plastiktube bekommt ihr mit einem Dremel problemlos auf (mit einer Handsäge sollte es auch gehen). Die eingetrocknete Masse lässt sich anschließend ganz leicht am Stück herausziehen. Mit Messer, Rasierklinge und einer Nadel schneidet und ratscht ihr euch die gewünschten Formen zurecht und klebt sie mit (noch flüssigem) Silikon auf die mit alten Buchseiten verzierten Holzwürfel.

Bestempelte Würfel mit Buchseiten beklebt.
Stempel aus altem Würfel-Puzzle.

Noch mehr Nachhaltigkeit für das Badezimmer

Noch eine Miniwinni-Idee, die ihr gut im Badezimmer oder auch in der Küche benutzen könnt: Wasch- und Wischlappen aus einem ausgefransten Handtuch.

Bei dem für das gezeigte Projekt benutzen Handtuch löste sich der äußere Bund mittlerweile stark ab. Reparieren hätte ich sehr aufwändig gefunden. Auch ist der Stoff schon recht hart und nicht mehr so flauschig gewesen, zum Wegwerfen fand ich ihn dennoch zu schade. Da kam mir die Idee einfach ein paar Waschlappen daraus zu machen.

Genau wie bei den Abschminkpads malt ihr euch für die Lappen eine kleine Schablone (hier benutztes Packpapier) in gewünschter Größe zurecht. Orientiert euch an bereits vorhandenen Waschlappen. Schneidet aus dem unansehnlich gewordenen Handtuch mit Hilfe der Schablone doppelt so viele Rechtecke aus, wie ihr euch Lappen vorbereiten wollt. Legt diese doppelt und näht sie wieder mit einem Zickzack-Stich zusammen. Das Ausgangshandtuch hatte eine hell- und eine dunkelgraue Seite. Dementsprechend habe ich auch die zwei Lagen zusammen genäht. Von der einen Seite sind die Lappen nun hellgrau, von der anderen dunkelgrau.

Waschlappen mit Juteband zusammengebunden.
Aus einem Handtuch werden Waschlappen.

Was ihr noch so aus unansehnlich gewordenen Textilien machen könnt

Braucht ihr noch ein paar Buchtipps rund um das Thema nähen?

Wie wäre es denn einmal, Stoffe mit ganz natürlichen Mitteln zu färben und dann zu vernähen? Das ist möglich mit dem Buch ➽ »Wild gefärbt« von Abigail Booth. Braucht ihr noch Tipps, wie ihr perfekt und sauber vernäht, empfehle ich euch ➽ »Nähen perfekt« von Yoshiko Mizuno. Und zu guter Letzt ➽ »Capsule Wardrobe« von Arianna Cadwallader & Cathy McKinnon.

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Blumentöpfe aus Papier

Jetzt startet langsam – endlich – wieder die Gartensaison! Wie ich Ordnung in meine große Auswahl an Samen bringe, habe ich euch bereits gezeigt. Nun kommt eine Idee für kleine Anzucht-Schalen aus Versandkartons. Diese Anzucht-Gefäße kosten nichts und sehen auch noch total süß aus. Sie sind auch eine klasse Idee zum Verschenken!

Anzuchttöpfchen aus Versandkartons.

Schon lange wollte ich einmal ausprobieren, Anzuchtgefäße selbst zu machen. Hierzu gibt es die verschiedensten Möglichkeiten. Diese hier z.B. aus Zeitungspapier und ganz ohne etwas dafür kaufen zu müssen:

Blumentöpfe aus Versandkartons

Aber auch aus Versandkartons könnt ihr Anzuchtgefäße zaubern. Diese individuellen Lösungen machen sich zudem besonders hübsch zum Verschenken. Und das tolle daran: ihr könnt die Pflanzen später direkt mit dem Töpfchen in die Erde pflanzen.

Was ihr braucht
  • Versandkarton
  • Große Schüssel
  • Küchensieb
  • Pürierstab
  • Muffinbackblech
  • alte Tücher
Wie es geht

Reißt und schneidet euch ein bis zwei Versandkartons klein. Vorher alle Klebestreifen und Etiketten entfernen. In einem etwas größeren Gefäß weicht ihr die Schnipsel mehrere Stunden in Wasser ein. Mit dem Pürierstab macht ihr nun Papiersuppe daraus. Mit einem Haushaltssieb schöpft ihr die festeren Bestandteile aus dem Wasser. Das ist eure Papierpulpe. Presst mit den Händen noch etwas Wasser heraus und drückt kleinere Portionen davon in die einzelnen Kuhlen eines Muffin-Backbleches. Mit kleineren Stofftüchern, z.B. Abwaschlappen, drückt ihr euch den Kumpel in die rechte Form und nehmt so nochmals überschüssiges Wasser weg. Den Lappen wringt ihr einfach aus und könnt ihn für das nächste Töpfchen wieder verwenden. Nach einigen Tagen auf der sonnigen Fensterbank, ist das geschöpfte und gepresste Papier so fest, dass es sich leicht aus der beschichteten Form lösen lässt (ist es noch feucht, reißt es euch beim Herausnehmen, hier also unbedingt geduldig abwarten!).

Schnelle Blumenstecker

Was ihr braucht
  • Buchseite
  • Zahnstocher
  • leeren Teebeutel
  • Bastelkleber & Schere
Wie es geht

Nun braucht ihr die Töpfe nur noch mit Erde zu befüllen und eure Samen nach Anleitung darin auszusäen. Wer in ein paar Wochen noch wissen möchte, was er eigentlich in welchem Töpfchen hat, der macht sich noch schnell die kleinen Samenstecker aus Buchseiten und Zahnstocher. Damit die Schrift besser zu lesen ist, habe ich das Papier von benutzten Teebeuteln darüber geklebt. Falls ihr diese Idee nachmachen wollt, lasst die ausgedrückten Teebeutel auf einem Teller durchtrocknen. Nach einem Tag öffnet ihr sie vorsichtig am oberen Rand mit einer Schere und entleert den Inhalt in die Biotonne oder auf den Kompost. Spült die letzen Teereste kurz unter fließendem Wasser ab und lasst das Papier wieder trocknen. Nun ist es bereit für die Weiterverarbeitung. Dafür klebt ihr euch das Teebeutelpapier mit Klebestift auf eine Buchseite und schneidet euch nach dem Trocknen des Klebers gleichbreite Streifen aus. Diese knickt ihr jeweils um einen Zahnstocher und verklebt die Vorder- mit der Rückseite. Wenn ihr mögt könnt ihr euch noch eine kleine Spitze am Ende des Zettelchens hineinschneiden. Jetzt noch beschriften, rein in das Töpfchen und fertig!

Auf die Idee, die Muffinformen zu nehmen hat mich das Buch von Ina Mielkau gebracht. Sie nimmt stattdessen Eierkartons.

Noch mehr nachhaltige Ideen für den Garten und die Fensterbank

Buchtipps zum nachhaltigen Umgang mit unserer Natur

Obst und Gemüse restlos verwerten

Nix bleibt übrig

Werft ihr manches Mal Gemüsereste wie Schalen, Kerne und Co. weg und denkt euch dabei: «Schade drum. Daraus müsste sich doch noch etwas machen lassen!»? Dann seid ihr mit diesem Buch genau richtig beraten. Euch erwartet eine Schatzkiste voller Rezepte für die Küche, für den Haushalt und zum Verschenken. Denn Gemüse- und Obstreste sind nicht nur für eure Komposterde gut, sie können auch geschmackvoll durch den Magen gehen.

Obst und Gemüse restlos verwerten

Michaela Marx

Ulmer

ISBN 978-3-8186-1515-4

Preis 14,00 Euro

128 Seiten

Softcover mit Seitenklappen, im DIN A5-Format

Link zum Buch auf der Verlagsseite, dort könnt ihr auch ein wenig hinein stöbern.

Cover des Buches 'Nix bleibt übrig' sowie selbstgemachte Zitronenbonbons, getrocknete Zitronenschalen und eine Zitrone.
Das Cover und DIY-Zitronen-Bonbons.

Zum Buch

Ich finde es großartig, dass Nachhaltigkeit immer mehr in unseren Alltag integriert wird. Vieles hat mit Wissen zu tun, welches einfach schon lange nicht mehr weitergegeben und über die Zeit vergessen wurde. Schön, dass heute viele von euch reflektieren, wie es die Großeltern und andere vor mehreren Generationen gemacht haben. Ein Großteil davon erlebt gerade eine regelrechte Renaissance, wird modern interpretiert und so in unseren Alltag (wieder) neu integriert. 

Und genau darum geht es bei dem Buch «Nix bleibt übrig» von Michaela Marx aus dem Ulmer-Verlag. Vieles, was bei uns normalerweise in der Biotonne landet, wird hier in der Küche zu wertvollen Dingen weiter verarbeitet. Ob Obst, Gemüse oder Kräuter, zu allem findet ihr in diesem Buch eine Idee, wie Schalen und Blätter zu einem kulinarischen Highlight werden. 

Rezepte im Buch

Hier eine kleine Aufzählung der Ideen im Buch, damit ihr einen Eindruck zu den Rezepten bekommt: Basikilumzucker und Rucolabutter, Brokkolistrunk-Rohkostsalat und Blumenkohlstrunk-Schnitzel, Brot und Spülmittel (!) aus Kartoffelschalen, Süppchen und Umamipulver aus Spargelschalen, Bonbons aus Zitronenschale, Würzpulver aus Zwetschgenkernen… und und und.

Mein Highlight aus diesem Buch ist der Beerenbruch und das Fruchtpulver aus den Fruchtfleisch-Resten von Brom- und Himbeeren, in denen sich immer diese nervigen kleinen Kerne befinden. Hier zeigt euch Michaela Marx wie ihr etwas richtig Sinnvolles daraus machen könnt, statt euch über die Kerne zu ärgern. Mit beiden Varianten könnt ihr euer Müsli aufpimpen oder Gebackenes verzieren (Wer braucht da noch gekaufte Streusel für den Kuchen?). Zudem ist es total genial für die eigene Seifenherstellung, auch diese Umsetzung findet ihr im Buch. Zum Nachmachen dieser Ideen, muss ich mich allerdings noch zum Sommer gedulden. Deshalb probierte ich zunächst zwei Zitronen-Rezepte aus.

Blick ins Buch.

Selbst ausprobiert

Ich wollte schon immer einmal Bonbons selber machen. Das ist nämlich eine tolle DIY-Geschenkidee. Das geniale an dem Rezept in diesem Buch ist, dass sie mit Birkenzucker gemacht werden. Der hat zwar immer noch, aber wohl weniger Kalorien als klassischer Zucker, und ist zudem besser für die Zähne. Was soll ich sagen? Die kleinen Naschereien waren super schnell gemacht.

Da ich jeden Tag eine heiße Zitrone mit Ingwer trinke fallen bei mir die Schalen der Zitrusfrüchte in rauen Mengen an. Zitronenabrieb stelle ich mir deshalb seit langem schon immer kurz vor Weihnachten regelmäßig her. Mein Tipp an dieser Stelle: lasst eure ausgepressten Zitronenhälften ein bis zwei Tage an der Luft trocken, dann lassen sie sich besser verarbeiten. Ca. alle zwei Tage verarbeite ich die sich bis dahin angesammelten Schalen mit einer feinen Reibe und lasse die kleinen Krümel an der Luft trocknen. Nach und nach wird euer Vorrat auf diese Weise aufgestockt und ihr habt zusätzlich eine super praktische Geschenkidee. Durch die Zitronensäure werden Behälter und Werkzeuge aus Plastik sehr rau. Bedenkt das bei der Auswahl eurer Gerätschaften. Gefäße aus Glas sind hingegen säurebeständig.

Der Tipp von Michaela Marx: die getrocknete Zitronenschale zum Schluss in die Kaffeemühle geben. So wird sie zu einem feinem Pulver.

Selbstgemachte Zitronenschale. Ideal zum Backen und Verfeinern.
Fein gemahlene Zitronenschale.

Was aus dem Saft der Zitronen wurde

Ingwer-Shot.
Ingwer-Shot
  • 100 g Bio-Ingwer
  • 2 Bio-Zitronen
  • 120 ml Apfelsaft
  • 50 ml flüssige Süße (Agavendicksaft, Honig)
  • 1 TL Zimt & 1 TL Kurkumapulver

Ingwer schälen und in kleine Stücke schneiden. Anschließend alle Zutaten gut durchpürieren. In eine saubere Flasche abfüllen und im Kühlschrank aufbewahren. So habt ihr mehrere Tage etwas davon. Die ganz Harten unter euch lassen die Süße weg. So ist das ganze noch gesünder!

Ich könnt auch, wie ich, einfach jeden Tag eine heiße Zitrone mit Ingwer trinken. Damit es morgens schnell geht nehme ich dafür den puren Ingwer in Teebeuteln. Die beiden Zutaten harmonieren geschmacklich perfekt miteinander und sorgen für einen guten Start in den Tag.

Was es noch im Buch zu entdecken gibt

Auf den letzten Seiten erwarten euch weitere Buchtipps und spannende Internetseiten rund um die Themen zerowaste und nachhaltig leben, sowie eine tabellarische Übersicht, welche Reste sich für welche Weiterverarbeitung eignen.

Fazit

Inspiration für ein nachhaltiges Leben in der Küche.

Das Buch von hinten.

Weitere Tipps und Ideen

DIY-Projekte

Mögt ihr gerne anderen eine nachhaltige Freude machen? Dann verschenkt im Frühjahr DIY-Samenbomben. Die sind nicht nur selbstgemacht, sondern auch möglichst nachhaltig mit Zeitungspapier und Eierkarton als Geschenk verpackt.

Oder seid ihr gerne mit Naturmaterialien kreativ? Mit getrockneten Blüten lässt sich so einiges anstellen:

Weitere passende Buchtipps

Buchtipp: Die ganze Pflanze

Hier findet ihr tolle Rezepte und ein großartiges Thema! Regionalem Gemüse, und vor allem ihrem (vermeintlichen) Abfällen, geht es hier mit wunderschönen und anregenden Bildern an den Kragen. Kochen mit Kartoffelschalen? Aus Kirschkernen und ihren Stielen noch etwas Sinnvolles zaubern? Selbst mit Fenchel- und Karottengrün bereichert Susann Kreihe unseren Speiseplan.

Die ganze Pflanze

60 Zero-Waste-Rezepte mit Blatt, Schale, Strunk & Stiel

Regional. Saisonal. Nachhaltig.

Susann Kreihe

Christian Verlag

ISBN 978-3-959-61411-5

Preis 24,99 Euro

192 Seiten

Blick ins Buch, dort könnt ihr auch ein wenig hineinstöbern.

Das Cover.

Das Buch

Der Anfang

Zu Beginn des Buches erwarten euch auf 16 Seiten ein paar einleitende Worte. Warum es z.B. sinnvoll ist, viel mehr des Obstes und Gemüses in unserer Küche zu verwerten und deren Schalen, Strunks oder ihr Grün nicht einfach achtlos zu entsorgen. So erfahrt ihr in kurzen Worten etwas zum klimafreundlichen, also auch regionalen, Kochen. Dennoch ist in manchen Fällen nicht alles einer Pflanze essbar und deshalb folgt ein wichtiger Hinweise darauf, welche Teile auf Grund ihrer Giftigkeit nicht verwendet werden können. Da es um regionale Zutaten geht wird dies selbst bei den Gewürzen durchgezogen! Einfach genial. Zudem findet ihr auf einer Doppelseite einen Saisonkalender, für den schnellen Überblick, wann hier – in unserer Region – was erntereif ist.

Die Rezepte

Die Rezepte sind thematisch nach ihrem »Ausgangsmaterial« – also z.B. Apfel, Kartoffel, Tomaten… – sortiert. Es gibt auch Getränke zu entdecken. So findet ihr verschiedene Ideen zu Tees, Smooties und alkoholischen Varianten. Aus Schalenresten werden oft Chips geröstet, vieles wird auch fermentiert! Ein Trend, der gerade wieder absolut im Kommen ist und unheimlich gesund sein soll.

Es wird gekocht, gebacken, gemixt… Sollte jemand von euch eines der vorgestellten Obst- oder Gemüsesorten absolut nicht mögen, kommt ihr mit diesem Buch bestimmt dennoch voll auf eure Kosten! Euch erwartet eine abwechslungsreiche Mischung mit vielen schnell umsetzbaren Rezepten, manche sind etwas aufwendiger.

Die Gestaltung

Ich möchte unbedingt darauf hinweisen, wie wunderschön die Photos im Buch sind. Sie strahlen eine Gemütlichkeit aus, machen Appetit und Lust auf Mehr. Sie stammen von dem Künstlerkollektiv »Amalija Andersone«. Wenn ihr die Seite besucht, wisst ihr sofort, was ich meine. Die abgebildeten Teller, Schüsseln und Tassen sind von »piece of touch ceramics«. Allein diese Zusammenarbeit macht unheimlich was her und aus dem Buch ein – man muss es so sagen – GESAMTKUNSTWERK! Hier Arbeiten kulinarische, handwerkliche und bildschöpfende Künstler Hand in Hand.

Das Buch und ich

So muss es sein. In dieses Buch möchte ich immer wieder hineinschauen, Rezepte nachmachen und neue Methoden ausprobieren. An das Fermentieren traue ich mich noch nicht heran, finde es aber unheimlich spannend.

Wir in unserer Familie haben als allererstes aus diesem Buch mitgenommen, dass man Kartoffelschalen auch für Kartoffelpuffer nutzen kann. Im vorgestellten Rezept werden die Puffer ausschließlich aus den Schalen hergestellt, was an sich schon super spannend klingt. Unsere erste Veränderung diesbezüglich war also beim letzten Mal Kartoffelpuffer selber machen, die Schalen einfach mit zu verwenden! Das machen wir bei den Ofenkartoffeln ja eh schon. Und was soll ich sagen? Es mundete! Manches Mal braucht es einfach nur einen winzigen Denkanstoß, um Kleinigkeiten im Alltag zu verändern. Bei der nächsten Kartoffelsuppe probieren wir sofort die Chips aus Kartoffelschalen aus. Einfach geht es nicht.

Im Sommer werde ich unsere Sauerkirsch-Reste nach diesem Buch verwerten. Ich freue mich jetzt schon darauf! Seit Jahren machen wir hier aus unseren Kirschen Saft und Kirschkern-Kissen. Auf dem obigen Bild seht ihr zwei Ideen dazu aus meinem Buch »Glitzer, Girls und Glamour«. Nun wissen wir um die zusätzlichen Möglichkeiten, die Kerne zu einem Likör zu verarbeiten (macht sich wunderbar als Geschenk!) und die Stiele zu Tee!! Ich bin sehr gespannt darauf und werde auf jeden Fall berichten.

Fazit

Da gibt es nicht viel zu sagen: Einfach nur zum empfehlen!

Das Buch von hinten.

Weitere fantastische Ideen zum Thema

Wollt ihr noch mehr nachhaltige kulinarische Ideen? Dann schaut euch diese Buchempfehlung an! Hier geht es um Wildkräuter (gerne auch mal Unkräuter genannt) und ihre Verwertung in der Küche. Noch ein Buch mit ganz tollen Bildern!

Und wer jenseits der Küche kreativ mit Pflanzen aus unserer Umgebung sein möchte, lässt sich von Abigail Booth erklären, wie ihr mit Rhabarber und Co. ganz natürlich Stoffe färben könnt.

Braucht ihr eine kleine Aufmerksamkeit zum Verschenken, wollt dabei nachhaltig sein und etwas für die Bienen tun? Hier erkläre ich euch, wie ihr Samenbomben ganz einfach selber herstellen und verpacken könnt:

Wer seinen Samengruß gerne per Briefpost verschicken möchte, erhält hier eine Idee für eine DIY-Karte aus Getränkekarton inklusive Blumenstecker und DIY-Stempel-Ideen.

Buchtipp: „Mehr Natur im Garten“

Ein Buch für alle, die weg von der Sterilität vieler Vorgärten wollen, die mehr Artenvielfalt und Dynamik wünschen, die nicht nur sich selbst eine Wohlfühloase schaffen mögen, sondern auch kleinen Säugern, Insekten und anderem Getier. Ein Buch für alle die in jeder Jahreszeit über ihren Garten stauen, Neues lernen und entdecken wollen. Ein Buch für alle, die sich die Natur zum Freunde machen und weniger Kämpfe gegen Unerwünschtes im Garten führen wollen.

Markus Gastl

ulmer Verlag

ISBN 978-3-8186-1346-4

Preis 14,00 Euro

128 Seiten

Softcover

Blick ins Buch, dort könnt ihr auch noch ein wenig ins Buch hineinschauen.

Das Cover.

Das Buch

Das ist ein Buch für mich! Ich laufe gerade nur noch mit diesem herum, stöbere darin, blättere quer und lese nach und nach alles von vorne bis hinten durch. Es passt einfach zur aktuellen Jahreszeit und zum Wetter: der Frühling hat begonnen, es scheint die Sonne, im Garten beginnt sich alles zu verändern. Ich schaue neugierig, welche Pflanzen sich herausputzen und wer uns alles aus dem letzen Jahr wieder besuchen kommt. Jeden Tag gibt es da neue Dinge zu entdecken. Es grenzt schon an Zauberei.

Der Naturgarten

Dieses Buch passt perfekt zu mir und zu unserem Garten: Mein Ziel ist es, aus dem vor fast drei Jahren übernommenen kleinen Paradies einen möglichst naturnahen Raum zu schaffen, in welchem sich Kinder, Erwachsene, Tiere und Pflanzen wohl fühlen.

Plastiktöpfe sind Tontöpfen gewichen, der Rasen wird nach und nach mehr «vernachlässigt», um mehr Variabilität zu erzielen und immer mehr «Unkräuter» ziehen bei uns ein, da ich sie einfach toll finde. Im Buch heißen sie nicht zu Unrecht geniale Pflanzen.

Ihr findet hier schön gestaltete Bilder sowie gut lesbare und verständliche Texte. Mich als Naturliebhaber spricht es total an und meine Idee des eigenen Naturgartens wird hierdurch weiterhin gefestigt. Ich bin hin und weg. Ihr findet viele tolle Ideen für heimische Pflanzen in den verschiedensten Bereichen des Gartens, ob sonnig oder schattig, feucht oder trocken.

Keine Belehrungen

Das Buch belehrt nicht, sondern zeigt Anregungen für Gestaltungs-Möglichkeiten – für absolut kreative Prozesse, wie ich finde. Für mich fühlt sich gärtnern immer auch wie basteln an. Ich mag das total. Ihr findet viele Ideen für einen nach-und-nach-Umbau. Es wird oft erwähnt, dass jeder selbst entscheiden kann wie weit er die Umstrukturierung durchführen möchte und wieviel Ordnung er mag oder braucht.

Fazit: Die Natur darf Natur sein und dennoch kommt hier jeder auf seine Kosten.

Naturmodule

Spannend im Buch fand ich unter Anderem die Erwähnung von sogenannten «Naturmodulen». Denn das ist genau das, was wir hier durch Zufall ab und zu umsetzten. Nach einer großen Aufräum-Aktion hatten wir einen Baumrest. Wohin mit so einem schweren Teil? Ganz simpel: er bleibt einfach da! Er steht nun dekorativ vor unserem Gewächshaus, dient als Totholz für eine Vielzahl an Insekten (welche wiederum eine tolle Nahrungsgrundlage für Vögel sind) und kann gleichzeitig noch ein paar Tontöpfe tragen, in denen sich der Hauswurz pudelwohl fühlt. Drei Fliegen mit einer Klappe!

Unser Naturmodul.

Fazit des Buches für mich: Die Natur darf Natur sein und dennoch kommt hier jeder auf seine Kosten.

Eine weitere Idee für euren Garten

Ich zeige euch auch noch eine Idee für eine unaufdringliche, naturnahe Beschriftungsmöglichkeit eures Kräuterbeetes: Tonscherben eines kaputten Blumentopfes lassen sich mit weißem Acryllack nach Lust und Laune beschriften und verzieren. Mit Klarlack habe ich anschließend alles versiegelt und ich kann berichten, dass diese Lösung absolut wetterfest ist und sich einfach ganz zauberhaft in einen Naturgarten integriert. [Nachtrag: Mit der Zeit ist nun eine Scherbe gesprungen, da macht man sich eben eine neue!] Das Beet habe ich mir übrigens aus einer alten Holzpalette zusammengebaut.

Beschriftung in unserem Kräuter-Beet.

Und das war es noch lange nicht

Das Buch «Mehr Natur im Garten» stammt aus einer Buchreiche! Zur Auswahl stehen «Garten ohne Gießen», «Plastikfrei gärtnern», «Bienen retten» und ganz neu: «Gartenabfall gibt’s nicht!» und «Nix bleibt übrig». Also ich bin mit dabei!

Weitere Tipps und Empfehlungen

DIY-Ideen

Selbstgemachte Samenbomben sind der Hit! Damit könnt ihr wirklich jedem eine Freude machen. Selbst diejenigen ohne Garten oder Balkon dürfen sie auf brachliegende Flächen werfen und so einen Beitrag zum Urban Gardening leisten.

Eine Idee für den Winter ist es, sich Vogelfutter selbst zu machen. So könnt ihr selbst bestimmen, was verfüttert wird und spart jede Menge Abfall.

Buchtipps

Weitere tolle Bücher rund um den Verzehr von Pflanzen aus dem Garten und eurer Umgebung:

Geschenke verpacken

Ich liebe es mit Packpapier zu verpacken. Denn die Gestaltungsmöglichkeiten sind nahezu grenzenlos. Man kann es bemalen, bestempeln, bekleben… hat freie Farbwahl und ist hier bei mir meistens sowieso in Unmengen vorhanden. Nach Weihnachten müssen die Vorräte allerdings nach und nach wieder aufgestockt werden…

Lustige Kreise

Mit bunten Kreisen beklebtes Packpapier sorgt für gute Laune. Die Kreise stammen übrigens aus einem ehemaligen Getränkekarton. Hierfür wurde die äußere (bedruckte) Schicht abgezogen und anschließend mit selbstgemachter Sprühfarbe wunderbar bunt gezaubert. Mit einem Kreis-Stanzer habe ich die Formen gelocht und anschließend aufgeklebt. Die Schnur aus Wolle setzt ein kleines extra-Highlight.

Bunte Kreise aus Getränkekarton.

Mehrmals verwenden

Geschenkpapier kann, wie früher zu Omas Zeiten auch schon, ruhig mehrfach verwendet werden. Es gibt mittlerweile so tolle Motive; dieses Papier nach nur einmaliger Benutzung wegzuwerfen bringe ich einfach nicht übers Herz. So bekommt es bei uns eine zweite Chance, darf noch einmal als Verpackung für ein tolles Geschenk herhalten und mit dieser Schnur und den zarten Perlen dran, wird es ein echter Hingucker. Dem beschenkten Zobelhäschen wird sicher noch etwas einfallen, was es daraus basteln kann.

Perlen auf Schnur – ganz zierlich.

Ein Herz für Kaffeetüten

Ehemalige Kaffeetüten sind ebenfalls super praktisch für das Verpacken kleinerer Aufmerksamkeiten. Sie machen von sich aus schon sehr viel her und brauchen kaum noch weitere Verzierungen. Ein passendes Papierklebeband mit einem zarten Band drumherum reicht schon für die kleine Kostbarkeit. Ein Anhänger aus Getränkekarton sorgt für die Extraportion Glück.

Perlen auf Schnur – goldene Kaffetüte – Glück mit Getränkekarton – Spaß auch noch nach dem Auspacken

Übrigens kann man nach dem Auspacken aus Geschenkpapier und Getränkekarton tolle Markierungshilfen basteln. Ideal als Lesezeichen im Lieblingsbuch, im Buller-Journal oder auch für Zeitschriften und Co. Eine genaue Anleitung dafür findet ihr im Buch „Glitzer, Girls und Glamour„!

Stempeln, Kleben, Stanzen

Und zum Abschluss noch einmal Packpapier: bestempelt, beklebt und behangen. Schnell, individuell und ein Mädchentraum schlechthin. Für den DIY-Stempel wurden ein altes Holzwürfel-Puzzle und eine Abtropf-Matte für die Küchenspüle leicht zweckentfremdet.

Einsatz des DIY-Blumen-Stempels – Anhänger aus Getränkekarton.

Für noch mehr Verpackungsmaterial-Inspiration