Abschminkpads und Aufbewahrung

Mit selbstgemachten Abschminkpads aus Stoffresten seid ihr auch im Badezimmer nachhaltig unterwegs. Ein Badezimmer ohne Plastik und Wegwerfprodukte empfinde ich persönlich als absolut gemütlich und als totale Wohlfühl-Oase. Die Abschmickpads könnt ihr zudem ganz nach eurem eigenen Geschmack oder auch nach dem Einrichtungsstil eures Badezimmers gestalten. Und sie sind zudem ein super Geschenk für andere!

DIY-Abschminkpads halten lange

Meinen ersten Schub an DIY-Wattepas habe ich mir vor fast zehn Jahren, als absoluter Nähanfänger, aus alten Sweatern genäht. Genau dafür sind solche Projekte perfekt! Ihr lernt eure Nähmaschine besser kennen und tastet euch an das Thema Stoff und Garn immer mehr heran. Aber auch um v.a. kleine Stoffreste sinnvoll und einfach zu minimieren, bietet sich dieses Projekt ganz wunderbar an.

Nun also, nach zehn Jahren, beginnen die ersten Abschminkpads unansehnlich zu werden und es wurde Zeit für einen neuen Schwung an Pads im Bad. Aber rechnet das mal hoch: zehn Jahre lang morgens und abends ein Pad! Ich bin mit dieser Bilanz absolut zufrieden.

Abschminkpads und Jeanskörbchen.
DIY-Abschminkpads.

Was ihr für die Abschminkpads braucht und wie es geht

Alles was ihr braucht, sind Stoffreste. Das können wie bei meinem ersten Versuch ausgetragene Pullis sein, die haben zudem oft eine glatte und eine weiche Seite. Wenn ihr das beim Zusammenlegen eurer Stofflagen beachtet, haben eure Pads ebenfalls eine glatte und eine flauschige Seite, so dass ihr euch beim Abschminken immer entscheiden könnt, welche Seite für eure Bedürfnisse gerade besser ist. Aber auch altes Bettzeug oder andere kleinere Stoffreste eignen sich ganz hervorragend dafür. Schaut, welche Farben gut zusammenpassen und euch gefallen.

Abschminkpads und Stoffstücke.
Aus Stoffresten und Schablone werden Abschminkpads.

Mit einer Dose oder einem anderen runden Gegenstand bereitet ihr euch eine kreisrunde Schablone aus Papier vor (der Hardcore-Upcycler nimmt dafür einfach einen gebrauchten Briefumschlag). Den Papierkreis fixiert ihr mit zwei Stecknadeln auf mehrere Stofflagen und schneidet diese dementsprechend aus. Je nachdem welches Ausgangsmaterial ihr nehmt, kann so ein Abschminkpad aus zwei bis drei Stofflagen bestehen (habt ihr drei Lagen, könnt ihr im Inneren unattraktive Stoffprints verstecken!). Testet aus, mit wieviel Lagen euch das Pad von der Haptik her am besten gefällt und bereitet euch einen ganzen Schwung an Stoffkreisen vor. Anschließend braucht ihr diese nur noch zusammenzulegen und mit einem Zickzack-Stich an der Nähmaschine vernähen.

Es ist hierbei möglich mit der Grundeinstellung der Stichart einfach mehrere Runden übereinander zu nähen, oder ihr testet einen kleineren Abstand an einem Probestoff und passt die Naht genau an. Für meine eigenen Pads ist mir das Nahtbild nicht so wichtig, möchte ich welche verschenken, gebe ich mir bei diesem Schritt etwas mehr Mühe.

Aufbewahrung für die Abschminkpads

Für die Pads braucht es natürlich auch noch eine schöne Aufbewahrung. Auch für diese gibt es eine simple und nachhaltige Lösung: eine ausgetragene Jeans! Genauer gesagt: den unteren Abschnitt des Hosenbeins. Der untere Abschluss der Jeans wird für das kleine Körbchen einfach die obere Kante. Die abgeschnittene Seite vernäht ihr mit einem kreisrunden Stoffstück (z.B. aus der gleichen Hose). Passt hier die Größe des runden Stoffstücks an die Öffnung an und vergesst die Nahtzugabe nicht. Wer mag, verziert die Aufbewahrung mit einer Borte, einem Button, einem Anhänger oder Ähnlichem.

Den Button mit dem Segelboot habe ich übrigens mit einer Button-Maschine selbst gemacht. Das Highlight ist jedoch der DIY-Stempel dazu – aus einem alten Holzpuzzle und eingetrocknetem Sanitär-Silikon!!

Kleiner Ausflug: Stempel für den Button

So macht Stempeln noch mehr Spaß!! Mit aufgepimpten selbstgemachten Stempeln aus einem alten Holzwürfel-Puzzle und Silikon, welches in der Kartusche eingetrocknet war.

Silikon eignet sich hervorragend zum Stempeln! So ist eingetrockneter Kartuscheninhalt für mich wie Weihnachten und Geburtstag zusammen. Die Plastiktube bekommt ihr mit einem Dremel problemlos auf (mit einer Handsäge sollte es auch gehen). Die eingetrocknete Masse lässt sich anschließend ganz leicht am Stück herausziehen. Mit Messer, Rasierklinge und einer Nadel schneidet und ratscht ihr euch die gewünschten Formen zurecht und klebt sie mit (noch flüssigem) Silikon auf die mit alten Buchseiten verzierten Holzwürfel.

Bestempelte Würfel mit Buchseiten beklebt.
Stempel aus altem Würfel-Puzzle.

Noch mehr Nachhaltigkeit für das Badezimmer

Noch eine Miniwinni-Idee, die ihr gut im Badezimmer oder auch in der Küche benutzen könnt: Wasch- und Wischlappen aus einem ausgefransten Handtuch.

Bei dem für das gezeigte Projekt benutzen Handtuch löste sich der äußere Bund mittlerweile stark ab. Reparieren hätte ich sehr aufwändig gefunden. Auch ist der Stoff schon recht hart und nicht mehr so flauschig gewesen, zum Wegwerfen fand ich ihn dennoch zu schade. Da kam mir die Idee einfach ein paar Waschlappen daraus zu machen.

Genau wie bei den Abschminkpads malt ihr euch für die Lappen eine kleine Schablone (hier benutztes Packpapier) in gewünschter Größe zurecht. Orientiert euch an bereits vorhandenen Waschlappen. Schneidet aus dem unansehnlich gewordenen Handtuch mit Hilfe der Schablone doppelt so viele Rechtecke aus, wie ihr euch Lappen vorbereiten wollt. Legt diese doppelt und näht sie wieder mit einem Zickzack-Stich zusammen. Das Ausgangshandtuch hatte eine hell- und eine dunkelgraue Seite. Dementsprechend habe ich auch die zwei Lagen zusammen genäht. Von der einen Seite sind die Lappen nun hellgrau, von der anderen dunkelgrau.

Waschlappen mit Juteband zusammengebunden.
Aus einem Handtuch werden Waschlappen.

Was ihr noch so aus unansehnlich gewordenen Textilien machen könnt

Braucht ihr noch ein paar Buchtipps rund um das Thema nähen?

Wie wäre es denn einmal, Stoffe mit ganz natürlichen Mitteln zu färben und dann zu vernähen? Das ist möglich mit dem Buch ➽ »Wild gefärbt« von Abigail Booth. Braucht ihr noch Tipps, wie ihr perfekt und sauber vernäht, empfehle ich euch ➽ »Nähen perfekt« von Yoshiko Mizuno. Und zu guter Letzt ➽ »Capsule Wardrobe« von Arianna Cadwallader & Cathy McKinnon.

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Kleidungsstücke nähen: Capsule Wardrobe

Dieses Buch zeigt allen Nähbegeisterten fünf Basic-Kleidungsstücke inklusive den dazugehörigen Schnittmustern. Es bietet sich für alle an, die Kleidungsstücke selber nähen wollen, aber noch nicht genau wissen, wie. Durch variationsreiche Änderungen bezüglich Länge, Weite, Kragen- öder Ärmelform entstehen aus Hose, Rock, Top, Kleid und Bluse ganz individuelle Klamotten in unterschiedlichen Stilen und für die verschiedensten Anlässe.

Nähen Sie Ihre eigene Capsule Wardrobe

5 Key-Pieces für Ihren persönlichen Stil

Arianna Cadwallader & Cathy McKinnon

stiebner

ISBN 978-3-8307-0988-6

Preis 24,90 Euro

167 Seiten

Link zum Buch auf der Verlagsseite.

Blick ins Buch.

Das Cover.

Theorie-Teil des Buches

Eigentlich handelt es sich beim vorliegenden Buch um ein Grundlagen-Werk für alle, die sich perfekt sitzende Kleidungsstücke nähen wollen. Das Buch erklärt euch zunächst, wie ihr Maß nehmt, wie ihr eine Schnittvorlage lest, wie ihr die Schnittvorlagen abpaust und auch wie Stoffteile ausgeschnitten werden. Spannend für das Konzept des Buches ist die Erklärung, wie Schnittvorlagen verlängert oder verkürzt werden können und wie Abnäher funktionieren. Auch wird auf Anpassungen an die jeweilige Körbchengröße eingegangen. Es handelt sich also um einen regelrechten Rundum-Workshop in Sachen Klamotten-Nähen.

Ihr erfahrt hier zusätzlich alles über die Grundausstattung zum Nähen und die verschiedenen Stoffarten samt ihre Eigenschaften. Handstiche und Maschinenstiche werden genauer erläutert, wie versäubert wird und wie ein Saum entsteht. Die ausführliche Anleitung wie Reißverschlüsse sichtbar und unsichtbar eingesetzt werden, fand ich besonders wichtig. Der theoretische Exkurs endet mit dem Thema Taschen: hierbei dreht sich alles um aufgesetzte Taschen, Nahttaschen, Schräg- und Paspeltaschen.

Praxis-Teil – jetzt geht es ans Nähen der Kleidungsstücke

Allgemeiner Aufbau

Die einzelnen Kapitel sind am Rand farblich kodiert, so findet ihr schnell, was ihr sucht. Passform und Nähtechniken sind die zwei großen vorgeschalteten Themengebiete. Hierauf folgen die fünf Basic-Teile mit jeweils einer eigenen Kapitelfarbe. Jedes Teile-Kapitel wiederum beginnt zunächst mit einer ausführlichen Schritt-für-Schritt-Nähanleitung zu dem jeweiligen Basic-Piece. Auch die zweite Variante ist jeweils ausführlich beschrieben. Die sogenannten »Schnittabwandlungen« werden kürzer erklärt.

Die Basic-Teile

So wird das ärmellose Oberteil in der Variation zu einem Trägershirt, in der Schnittabwandlung zu einem Jerseykleid. Der (Midi-)Rock variiert zum ausgestellten Mini-Rock, in der Schnittabwandlung zu einem Maxi-Rock, einem Rock mit abfallendem Saum sowie zu einem Bleistift-Rock. Das Schiftkleid wird zum Zeltkleid, die Schnittabwandlung beschäftigt sich hier mit verschiedenen Ausschnitten, Kragen- und diversen Ärmelformen, mit denen das Kleid ganz individuell gestaltet werden kann. Die gerade geschnittene Hose gibt es zudem in der Variation mit hohem Bund und weitem Saum, die Schnittabwandlungen dazu beschäftigen sich mit mit Hosen-Aufschlag, mit einem schmal geschnittenen Bein sowie der Coulotte. Die Bluse wird in der Variante zur Freizeitbluse, in der Schnittabwandlung geht es um die Variationen der Ärmelform und des Kragens.

Fazit

Ein Rundum-Workshop in Sachen Klamotten-Nähen und ein absolutes Grundlagen-Werk für alle, die sich perfekt sitzende Kleidungsstücke nähen wollen.

Die Rückseite des Näh-Buches. Verschiedene Kombinationen der genähten Teile sind zu sehen.
Das Buch von hinten.

Weitere DIY-Ideen

Kleidungsstücke nähen ganz ohne Schnittmuster

Wer ganz schnell zum Ziel kommen, und sich die Schnittmuster für die langen dunklen Tage im Winter aufheben mag, für den habe ich einen zusätzlichen Tipp:

Schnappt euch ein gut sitzendes Lieblingsteil, nehmt dieses als Vorlage und »paust« damit die Form auf euren Stoff nach Wahl ab (bei mir war es ausgediente Bettwäsche!). Vergesst hier die Nahtzugabe nicht. Nehmt gerne einen ähnlichen textilen Ausgangsstoff. Tut ihr das nicht und variiert ihr hier, lasst euch von der neuen Wirkung überraschen. Achtet jedoch beim Wechsel von dehnbaren auf feste Stoffe auf weitere Ausschnitte und Ärmel, damit ihr in eure neu geschneiderten Teile noch hineinkommt!

Schwarzes Shirt auf Schneiderpuppe mit Blumen-Ornament.
Aus einem Herren-Shirt wird ein tailliertes Oberteil.

Die Ruckzuck-Variante ist es, sich aus einem großen T-Shirt ein eng anliegendes zusammenzunähen. Da dieser Stoff kaum franst, braucht hier nichts umgenäht zu werden. Dies sorgt für ein sehr lässig aussehendes Oberteil. Ärmel und Ausschnitt schneidet ihr euch direkt, wie mit der »Pausvorlage« übertragen, aus. Ganz Mutige unter euch schaffen dies auch ohne Vorlage. Das auf links gedrehte Shirt wird anschließend an der Taille neu zusammengenäht und alles Überstehende weggeschnitten.

Verzierungen der Teile

Wie ihr die Stoffe bedruckt und weiter verzieren könnt erfahrt ihr hier:

Buchtipps zum Thema »Textiles Gestalten«

Upcycling-Ideen aus alten Jeans

https://zobelhase.de/wattepads-und-aufbewahrung/

Sauber nähen – Nähen perfekt

Mit sauberen Kanten, ohne Falten und Gnubbel, so sollen selbstgenähte Werke aussehen. Im Buch »Nähen perfekt» dreht sich alles um das Thema »Sauber nähen«. Sehr strukturiert wird ein Bereich nach dem anderen abgearbeitet. Es ist ein Grundlagen-Nachschlagewerk für alle die mit dem Nähen beginnen oder bereits in die Materie eingestiegen sind, und es nun richtig und perfekt machen wollen.

Nähen perfekt

Die Grundlagen sauberen Nähens

Yoshiko Mizuno

stiebner

ISBN 978-3-8307-2129-1

Preis 22,90 Euro

132 Seiten

Link zum Buch auf der Verlagsseite.

Blick ins Buch.

Buch-Cover des Buches Nähen perfekt
Nähen perfekt – das Cover.

Das Buch zum sauber Nähen

Was hinter dem Zauber steckt

Es handelt sich um eine Übersetzung aus dem Japanischen und ich würde es als ein Sachbuch zum Thema »Sauber Nähen« bezeichnen. Euch erwarten hier keine Nähprojekte, sondern alles was euch zu einem wunderschönen und sauber verarbeiteten Ergebnis führt. Ihr findet hier das Wissen und die Techniken, welche hinter der wahnsinnig faszinierenden Zauberei stecken, aus einem Stück Stoff ein wunderschönes Textil herzustellen. Das Buch erklärt euch, wie ihr Ecken oder Runden näht, wie Abstände sauber eingehalten werden, wie Kräuseln funktioniert, wie ihr Abnäher macht, wie ein Rollsaum geht, wie Schrägband hergestellt wird und wirklich noch viel viel mehr.

Gliederung des Buches hilft beim sauber nähen

Die Kapitel sind wie folgt gegliedert: Bügeltechiken, Grundlagen des Zusammennähens, Verstürzen, Versäubern von Naht- und Saumzugaben, Versäubern von Säumen und Abschlussarbeiten.

Das Buch beginnt mit einem bebilderten Inhaltsverzeichnis. Dabei handelt es sich um ganz klare Skizzen, die schnell erklären, was gemeint ist. Z.B. existieren verschiedene Methoden Außen- und Innenecken miteinander zu vernähen. Das mit Wörtern zu beschreiben wäre einerseits für den Autor mühsam, andererseits für den Leser schwer zu interpretieren. Die Skizzen helfen euch, schnell das Gesuchte zu finden. Dadurch startet bereits auf Seite 7 der Workshop rund ums Nähen, ohne langes Vorgeplänkel.

Das Buch und ich

Adventskalender aus Stoffproben

Als kleiner Perfektionist wagte ich mich langsam vor. Ich habe nicht gleich komplizierte Ecken oder voluminöse Nahtzugaben ausprobiert (all das findet ihr jedoch durchaus im Buch). Der erste Tipp, den ich aus dem vorliegenden Nachschlagewerk umgesetzt habe, stammt aus dem zweiten Kapitel Grundlagen des Zusammennähens. Da ich weiß, wie schnell Weihnachten jedes Jahr aufs Neue plötzlich (!) vor der Tür steht, feile ich bereits jetzt an einem Adventskalender. Hierfür wollte ich Stoffproben, die sich aus meiner Arbeit für Spooflower ergeben, verwenden. Die haben alle die gleiche Größe und ich wollte mir ein 24-faches Markieren der Naht ersparen.

Exakt und sauber nähen mit XXL-Abstandshalter

Also baute ich mir einen sehr breiten Abstand, welcher weit über die Stichplatte hinaus lag. Letztendlich handelt es sich um eine Mischung zweier Tipps. Tipp 1 aus dem Buch war, sich den benötigten Abstand mit einem Klebestreifen (eigentlich auf der Stichplatte) zu markieren. In einem anderen Tipp hingegen erfolgte die Markierung mit einem Stück Pappe auf dem Stoff. Bei wir wurde daraus ein dicker, auf die Maschine (außerhalb der Stichplatte) geklebter Pappestreifen. An diesem entlang, vor allem durch die leichte Erhöhung der Pappe, ließ sich der Stoff relativ leicht entlangführen.

Auf dieses Buch werde ich in Zukunft noch oft zurückgreifen. Denn trotz aller Nähtutoriäls, Schnittmuster und frei ausgedachter Projekte ist es gut zu wissen, wie es wirklich geht und wie ich zu einem sauberen Ergebnis komme.

Fazit – jetzt klappt sauber nähen

Klappentext auf dem Buch Nähen perfekt
Nähen perfekt – der Klappentext.

Ein sehr gut strukturiertes Arbeitsbuch, welches viele grundlegende Techniken für ein sauberes Nähen parat hält. Durch das interessante Inhaltsverzeichnis sind die jeweilen Fragestellungen schnell – auch während dem Nähen – zu finden.

Weitere Tipps rund um das Thema Stoff-Verarbeitung

Stoffdesigns @zobelhase

genähte Säckchen für Adventskalender aus Stoffproben mit Blätterdesign - sauber nähen
Adventskalender aus Stoffproben.

Upcycling Nähprojekte

https://zobelhase.de/wattepads-und-aufbewahrung/

Buchtipps rund um das Thema Textil

Stoffe färben und bedrucken

Stoffe besticken

Buchtipp: Näh mit!

Das GROSSE Ideenbuch

Wer möchte Nähen lernen und braucht einfache und lustige Ideen, die Spaß und Lust auf mehr machen? Vor allem für Kinder, aber auch für junggebliebene Nähanfänger bietet dieses Buch einen schnellen Einstieg in ein neues Hobby, für welches absolute Suchtgefahr besteht!

Das Buch

Zu Beginn wird kurz und prägnant das Wichtigste zum Nähen erklärt (sieben Doppelseiten), gefolgt von leichten Modellen die Spaß aufs Loslegen machen. So muss man sich nicht erst lange einlesen und hat die Grundlagen parat. Für den Preis bekommt man zudem wirklich viele unterschiedliche Projekte geboten. Sehr originell finde ich das bebilderte Inhaltsverzeichnis, das könnt ihr euch beim Blick ins Buch auch gleich einmal selbst ansehen!

Ina Andresen & Stefanie Kroth

frechverlag

ISBN 978-3-7724-4451-7

Preis 15,00 Euro

176 Seiten

Hardcover, fast DIN A4-Format

Link zum Buch auf der Verlagsseite*, dort könnt ihr auch ein wenig ins Buch hineinschauen.

Als ich das Buch zum ersten Mal durchblätterte habe ich mich richtig gefreut, denn einige der Ideen kannte ich bereits aus einem Buch der Bücherei, und bin glücklich, dass wir sie nun als Dauergast bei uns zu Hause haben. Tatsächlich ist diese Ausgabe eine Zusammenführung zweier vorheriger Bücher aus dem frechverlag.

Ihr findet darin viele bunte Ideen, die einfach Spaß machen. Z.B. ein super süßes Faultier, ein lustiges Donut-Kissen, Klassiker wie Schlüsselanhänger, Haargummi und Schlafmaske, zudem einige Ideen für Klamotten (Shirt, Poncho, Rock…), diverse Taschen für jeden Anlass, sogar Hausschuhe und vieles vieles mehr.

Unser Projekt

Wir haben die Beanie-Mütze ausprobiert, welches von Vornherein als Upcycling-Projekt ausgelegt ist und uns so total entgegen kommt. Im Buch wird vorgeschlagen hierfür alte T-Shirts mit schönen Prints zu nehmen.

Das kleinste Zobelhäschen ist leider viel zu schnell aus dem ‚Caticorn‘-Lieblingspullover herausgewachsen. Da bot es sich an, eine Mütze mit diesem süßen Motiv zu machen. Zum Abpausen kann man einfach Butterbrotpapier von der Rolle nehmen. Für den Zuschnitt der vier Einzelteile brauchten wir zusätzlich einen der Ärmel des (Langarm)Shirts. Damit es wirklich passte musste noch der Saum des Ärmels aufgetrennt werden (Shirt-Gr. 104, also echt klein). Mit einem etwas größeren T-Shirt dürfte der Zuschnitt kein Problem sein. Uns war es wichtig, dass das Motiv ganz blieb und nicht durch eine Nähkante zerruckelt wird. Wir haben uns zudem für die größte Mützengröße (59 – 61 cm) entschieden. So haben wir gaaaaaanz lange etwas von diesem Projekt. Die Schnittmuster aus dem Buch bieten übrigens generell für die Klamotten verschiedene Größen an (Gr. 122 bis 158, Hausschuhe: XS bis L)).

Unsere kleine Erweiterung

Zum unteren Saum sollte es laut Anleitung eine Markierung im Schnittmuster geben, die habe ich nicht gefunden. Wir haben sie aber auch nicht benutzt, denn nach dem Zusammennähen der Seitenteile war mir die Mütze persönlich zu dünn und zu labberig, deshalb haben wir aus einem ein-Stern-Projekt (leicht umzusetzen) ein zwei-Sterne-Projekt (mittlerer Aufwand) gemacht. Dafür haben wir uns ein defektes Trägertop (Gr. XS, reichte gerade so) geschnappt und damit noch einmal genau die gleiche Mütze genäht. Diese dient nun als Futter, bzw. bietet sie auch die Möglichkeit durch Wenden des Ganzen eine ‚andere‘ Mütze zu tragen. Beide Mützen wurden dafür einfach links auf links am unteren Rand zusammengenäht, wobei hier eine Wendeöffnung gelassen wurde. Nach dem Wenden auf die rechte Seite haben wir einmal rundherum alles knappkantig abgenäht und so gleichzeitig die Öffnung verschlossen.

Wenn man mag, kann auf diese Art und Weise zudem der untere Teil einfach umgeklappt werden. So erübrigt sich der Saum sowieso. Aber auch ohne die fehlende Angabe bekommt man das Projekt fertig. Die Kinder können ja immer fragen oder ihr macht es eh zusammen.

Klitze-klitze-klitze-kleiner Punktabzug

Kleines Manko an dem Buch: beim Heraustrennten der Schnittmuster-Bögen beschädigt man die Buch-Innenseite. Ich habe die Bögen ganz vorsichtig heraus genommen, aber: keine Chance. Als echter Buchliebhaber blutet mir hierbei das Herz. Mit einem kleinen Aufkleber kann man sich jedoch schnell behelfen und vor allem: die Schnittmuster blieben unversehrt.

Fazit zum Buch:

Viele lustige Ideen zum kleinen Preis, plus eine kurze und absolut ausreichende Einführung in das Nähen. Hat man hier ein paar Projekte umgesetzt, kann man definitiv nähen!

Weiterführende Ideen vom Zobelhasen:

Wer sich schon einmal auf das Buch vorbereiten mag, findet hier eine kleine aber feine Anleitung für ein DIY-Nadelkissen aus Stoffresten, welches nach Benutzung pikssicher verstaut werden kann:

Und ganz ohne Nähen geht es manchmal auch:

*)Über diesen Link könnt ihr euch das Buch direkt auf der Verlagsseite anschauen und auch bestellen. Für die Bestellung über diese URL bekomme ich eine kleine Provision. D.h. ihr könnt damit direkt meine kreative Arbeit hier auf diesem Blog unterstützen.

Nadelkissen aus Stoffresten in Dose

Mit diesem kleinen Kissen sind beim Nähen alle Nadeln immer griffbereit und können kindersicher verräumt werden.

Was ihr braucht:

  • Stoffreste
  • Nähmaschine / Nadel und Faden
  • Schnur (ca. 3 mm breit)
  • 2 Knöpfe
  • Cremedose

Wie funktioniert’s?

Ihr braucht für oben und unten jeweils sechs Dreiecke mit den Seitenlängen von 6 cm. Die Winkel im Dreieck betragen alle 60°, damit es letztendlich ein Kreis – genau genommen ein Sechseck – wird. Die Nahtzugaben nicht vergessen. Am besten ihr macht euch eine Schablone des Dreiecks und überträgt es dann jeweils auf die Stoffreste. Das geht auch gut mit Kugelschreiber oder Finelinern, aber immer auf die linke Seite anzeichnen und darauf achten, dass es nicht durch den Stoff drückt.

Die Farben können frei gewählt werden, je nach Geschmack und dem, was an Stoffresten vorhanden ist. Einfarbig ist natürlich auch möglich.

Nun werden die Dreiecke auf links an jeweils zwei Seiten aneinander genäht. Sechs Dreiecke für die Oberseite, sechs für die Unterseite.

Nun noch, ebenfalls auf links, die Oberseite mit der Unterseite vernähen. Eine Dreiecksseite offen lassen, damit das Ganze wieder auf rechts gedreht und mit Watte befüllt werden kann. Diese Öffnung dann per Hand vernähen.

Nun seid ihr eigentlich schon fertig. Ihr könnt aber auch noch weiter machen. Ich habe für mein Nadelkissen sechs gleichlange Schnüre mit einer Stopfnadel durch die Mitte gestochen und an den Außenseiten miteinander verknotet.

Man sollte darauf achten, dass jeweils die gleiche Schnur mit sich selbst verknotet wird und nicht etwa wild durcheinander. Und darauf, dass die Dellen welche entstehen überall annähend gleich groß sind (den Knoten also jeweils auf die gleiche Höhe setzen).

Wer möchte kann nun noch auf beiden Seiten einen Knopf in die Mitte setzen (annähen), fertig!!

Wenn ihr für die Rückseite ganz andere Farben gewählt habt, könnt ihr immer – je nach Laune – wechseln.

Das Ganze geht übrigens auch mit Quadraten statt Dreiecken… Da muss ich nur noch die passende Box für finden…