Kaputten Kinder-Leggins eine zweite Chance geben

Wer kleine Kinder hat, kennt es zur Genüge: Leggins mit Löchern am Knie, Po oder auch im Schritt. Oft lässt es sich flicken und weiter benutzen, aber irgendwann ist ein Punkt erreicht, da muss etwas Anderes mit diesen Hosen passieren… Ich zeige hier und heute mal ein paar Beispiele, wie ich dieses Problem löse.

Betreffen die Löcher nur die Beine, kann man sie natürlich wie jede andere Hose kürzen und eine Short daraus machen. Für den unteren Abschluss einen elastischen Stoff mit einem elastischen Stich annähen. Hierfür kann man zum Beispiel tatsächlich auch den Abschnitt einer anderen etwas größeren (zerstörten) Leggins verwenden.

Gibt es jedoch auch Löcher im Schritt, funktioniert die Lösung mit den Shorts nicht mehr. Aber den oberen Teil kann man noch gut weiter verwenden. Genau! Wie ihr auf dem Bild sehen könnt, lässt sich dieser super als Bündchen für einen Rock verwenden. Der Sonne, Mond & Sterne-Stoff lag übrigens seit 25 Jahren rum und wartete auf seine endgültige Bestimmung. Ich fand ihn die letzten Jahre irgendwie nicht so modern und passend, aber für dieses Projekt habe ich mich mit seiner Hilfe an das Röcke nähen gewagt: mein erster Tellerrock!

Aus den abgeschnittenen Beinen kann man tolle kleine Schwämmchen machen. Wie das genau funktioniert erkläre ich hier:

Schwämmchen aus Socken und Leggins

Super praktische Schwämmchen aus kaputten Socken oder Leggins kann man sich schnell selber machen. T-Shirt-Ärmel gehen auch, die bleiben ja eh übrig, wenn man sich T-Shirt-Garn herstellt. Bei uns fallen vor allem Socken der Erwachsenen und Leggins der Kinder an, die irgendwann so viele Löcher haben, dass sich Stopfen und Flicken wirklich nicht mehr lohnt. Dann ist mit der Verwertung aber noch lange nicht Schluss. Statt Wattepads kann man diese kleinen Schwämme benutzen. Sie funktionieren auch als Putzlappen, oder zum Trockenwischen des Waschbeckens, damit keine Kalkflecken entstehen. Man kann sie farblich dezent gestalten oder auch kunterbunt für super gute Laune.

Viele kleine Schwämmchen in kunterbunt oder auch dezent gehalten.

Wenn man es nicht schon in irgendeiner anderen Form da hat macht man sich zunächst einen Webrahmen aus einem Stück Holz und mit sehr vielen Nägeln. Entweder für den Anfang zum Ausprobieren in nur einer Größe, oder wie ich gleich in drei verschiedenen.

Die Quadrate auf meinem Brett (alte Schranktür) haben die Größen 12×12, 14×14 und 16×16 cm. Die Nägel habe ich (mittig der jeweiligen Seite beginnend) jeweils in einem Abstand von zwei Zentimeter eingeschlagen.

Der Web-Ramen aus einer alten Küchenschrank-Tür für die verschiedenen Größen.

Nun geht es an das Zerstören der Kleidungsstücke. Ausgediente Leggins, Ärmel oder auch Socken schneidet man sich in ca. zwei bis drei Zentimeter breite Streifen. Bei dünnerem Stoff habe ich sie eher drei Zentimeter breit geschnitten, bei dickerem zwei Zentimeter. Super genau muss das alles jedoch nicht sein.

Wenn man öfter dünne Streifen hat kann es auch sinnvoll sein, die Abstände der Nägel zu reduzieren, also alle 1,5cm oder sogar jeden Zentimeter einen Nagel einschlagen.

Skizze des fertig gewebten Stücks.

Nun nutzt man die klassische Webtechnik. Die Schlaufen werden zunächst alle in die gleiche Richtung über die Nägel gelegt. Im nächsten Schritt webt man weitere Schlaufen 90° versetzt zu den bisher liegenden ein. Drunter drüber drunter drüber… Dafür kann man die bereits liegenden jeweils etwas anheben und vom Nagel nehmen.

Wenn man sein Stück nun fertig hat nimmt man sich die erste (Ecke) und zweite Schlaufe (rechts von der ersten) vom Nagel, und zieht in einem weiteren Schritt die zweite Schlaufe durch die erste. So verfährt man nun rundherum um das Ganze abzuketten. Die letze Schlaufe wird verknotet und dient so gleichzeitig als Aufhänger des Schwämmchens.